Ackerbürger

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ackerbürger (Stadtbauern). Um die Ernährungsbasis neugegründeter Städte zu sichern, wurde Bauern, die stadtsässig werden wollten, freies Bauland, billige Äcker und anderweitige Vergünstigungen geboten. Die Ackerbürger der neuen Städte kamen zu Wohlstand und Einfluss, aufgrund ihres Bodenbesitzes und der ihnen zugestandenen Vergünstigungen waren sie späteren Ansiedlern überlegen. Ackerbürger bildeten, zumal in den Landstädten, einen Großteil der ma. Stadteinwohnerschaft. Es war selbstverständlich, dass zu den Anwesen der haupt- oder nebenberuflichen Stadtbauern auch Scheunen und Kornböden, Viehstallungen und –gehege und Dungstätten gehörten, die mit zur innerstädtischen Umweltbelastung beitrugen. (1421 wurde in Frankfurt/M. eine Verordnung erlassen, derzufolge Schweinestallungen nicht mehr an der Straße gebaut werden durften.) Wertvollster Besitz waren die Viehherden, die in unsicheren Zeiten nur unter militärischer Bewachung auf die Weide getrieben wurden (s. Tierhaltung).
(s. Ackerbürgerstadt)