Brun I. (hl.Bruno)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brun I. von Köln (hl. Bruno; 925 - 65). Jüngster Sohn König Heinrichs I., als Fünfjähriger der Domschule von Utrecht übergeben, wurde kurz nach 936 von seinem Bruder König Otto I. zur weiteren Erziehung an den Hof geholt. Nach seiner Priesterweihe (941) wurde er von seinem Bruder als Abt von Lorsch und Corvey eingesetzt. In diesem Amt bemühte er sich um die Reformierung der Klöster und um deren Ausbau zu wissenschaftlicher Zentren und Ausbildungsstätten für königl. Beamte. 951 machte ihn Otto zum Erzkanzler des Reiches, 953 zum Erzbischof von Köln und Herzog von Lothringen - Machtpositionen, aus denen heraus er ausgleichend in die innere Politik des Reiches eingriff, die kulturelle Erneuerung der Ottonenzeit einleitete und die Reformbewegung von ®Gorze förderte. Brun hat als erster der Kölner Erzbischöfe das Münzrecht ausgeübt, brachte als frommer Christ viele Heiltümer nach Köln und gründete viele Klöster und Kirchen. Insgesamt war er ein ebenso guter Bischof wie weltl. Herrscher, Beamter, Feldherr, Lehrer und Baumeister. Auf der Rückreise von einem Besuch am königl. Hof ist er 965 bei Reims gestorben. Beigesetzt wurde er in seiner Abtei St. Pantaleon in Köln.