Eisheilige

Aus Mittelalter-Lexikon
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Eisheilige (Wetterheilige bzw. deren Gedenktage). Zu den Wetterregeln der Bauern, Winzer und Gärtner gehörte diejenige über einen Kälteeinbruch im Frühjahr während der sog. Eismännertage. Diese fallen auf die Gedenktage der Heiligen Mamertus (Bischof; 11. Mai), Pankratius (Märtyrer; 12. Mai), Servatius (Bischof; 13. Mai), Bonifatius (B. von Tarsus, Märtyrer; 14. Mai) und Sophia von Rom (Märtyrerin,„kalte Sophie“, mhd „iswibelin“; 15. Mai). Wegen der nach Süden gerichteten Luftströmung beginnt die Kälteperiode in Norddeutschland am 11., in Süddeutschland am 12. Mai. Die Wetterregel besagt, dass erst nach dem letzten der „Eisheiligen“ ist nicht mehr mit Frost zu rechnen sei; da sie im SMA., also noch vor der Gregorianischen Kalenderreform (1582) entstanden ist, müsste die Kaltzeit eigentlich auf die Zeit vom 23. – 25. Mai fallen, hat jedoch ihre ursprüngliche Datierung behalten.
Auf die Eisheiligen sind viele Wetterregeln und Sprichwörter des Sinnes bezogen, dass junge Pflanzentriebe und Saaten erst nach der „Kalten Sophie“ vor Frostschädigung sicher sind.
Die „Eisheiligen“ sind keine Ausgeburt ma. Aberglaubens, sondern sie stellen einen meteorologischen Regelfall dar, bei dem sich Nord-Wetterlagen (Hochs über der englischen Insel oder Skandinavien) mit der Zufuhr arktischer Polarluft nach Mitteleuropa häufen. Statistiken besagen jedoch, dass erst vom 20. Mai nicht mehr mit Frostlagen – Nachtfrost, Schneefall, Reif - zu rechnen ist. (ie nächste Periode mit nasskalter Witterung betrifft erst die ®Schafskälte im Juni.)
(s. Bauernregeln, Reif)