Heinrich III. (HRR)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Heinrich III. (1017-1056). Sohn des Salierkaisers Konrad II., seit 1027 Herzog von Bayern, seit 1038 Herzog von Schwaben und König von Burgund. Sein Vater hatte ihn schon 1026 von den dt. Fürsten als Nachfolger bestätigen, 1028 in Mainz zum dt. König krönen lassen und hatte ihn ab 1035 an der Regierung beteiligt, sodass er bei der Machtübernahme über eine solide Regierungserfahrung verfügte. Seine Kirchenpolitik war durch die Ideen der ®Cluniazensischen Reformbewegung bestimmt. Nach der Unterwerfung Herzog Bretislaws von Böhmen (1041) und seinem Sieg über Ungarn (1044) wurden Böhmen und Ungarn dt. Lehen. 1042 verlieh Heinrich seine Herzogtümer Bayern, Schwaben und Kärnten nicht-einheimischen Adligen, schuf dadurch Amtsherzogtümer anstelle der Erbherzogtümer. Nach dem Tode seiner Frau Gunhild aus dem dän. Königshaus (1043) heiratete Heinrich ®Agnes von Poitou, die Tochter Wilhelms von Aquitanien. Um die Wirren um den Papstthron zu beenden, der mittlerweile von drei rivalisierenden Päpsten beansprucht wurde, zog Heinrich 1046 nach Rom, erklärte die drei Päpste für abgesetzt, beendete den Einfluss der röm. Adelsparteien auf die Papstwahl, indem er als vom röm. Volk erwählter „Patricius Romanorum“ deren Stimmrecht übernahm, und nominierte Bischof Suidger von Bamberg als Papst Clemens II. Weihnachten 1047 wurde Heinrich von diesem zum Kaiser gekrönt. Um die Mitte des 11. Jh. war die kaiserl. Macht nur mit der unter Karl d. Gr. und Otto d. Gr. zu vergleichen. 1056 erkrankte Heinrich in seiner Pfalz Bodfeld im Harz, ließ seinen unmündigen Sohn Heinrich IV. von den Fürsten zum König erheben und starb im Beisein Viktors II., des dritten von ihm ernannten Papstes. Heinrich fand seine letzte Ruhestätte im Dom zu Speyer, sein Herz sollte auf seinen letzten Wunsch hin auf ewig in Goslar bleiben.