Johannes von Nepomuk

Aus Mittelalter-Lexikon
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Johannes von Nepomuk (1345-1393, hl.). Johannes stammte aus der Grundherrschaft des Zisterzienserklosters Pomuk (später Nepomuk, Südböhmen), einer Filiation des fränk. Ebrach. Er wurde nach unbekanntem Ausbildungsgang öffentlicher Notar (1369) und 1380 am Veitsdom zum Priester geweiht. Zur Fortsetzung seines Rechtsstudiums ging er nach Padua, promovierte dort 1387 zum Dr. iur. can. und war von 1389 an Generalvikar des Erzbischofs von Prag. Dieser befand sich mit König Wenzel IV. von Böhmen in heftigem Konflikt um kirchl. Rechte, in dessen Verlauf Johannes gefangengesetzt, gefoltert und in der Moldau ertränkt wurde. Die Legende weiß, dass er dem strikten Festhalten am Beichtgeheimnis zum Opfer gefallen ist: Wenzel wollte von ihm Verfehlungen erfahren, die seine Gattin Johanna gebeichtet haben sollte. Johannes wurde im Veitsdom beigesetzt, später von der Gegenreformation zum Landespatron Böhmens aufgebaut und 1729 heilig gesprochen. Verehrung als Patron der Müller, Schiffer und Flößer und als Schutzheiligem der Brücken wurde ihm im ganzen kathol. Europa entgegengebracht. Als Leitbild vieler Legenden wurde er mit seinen Attributen Anker, Brücke und Strom oder dem Kruzifix dargestellt; auch mit einem Schloss oder dem Finger vor dem Mund und der Inschrift „Tacui“ (ich habe geschwiegen).