Knopf
Knopf (mhd. knoufel, knopf, knöpfel; lat. bulla). Dieser in der Antike und während der Völkerwanderungszeit bekannte Gewandverschluss geriet im FMA. in Vergessenheit; man benutzte stattdessen Schnüre und Bänder, Fibeln, Spangen sowie Haken und Ösen. (Der
älteste bekannte Knopf stammt wahrscheinlich aus der Eisenzeit {1200-450 v.u.Z.; er wurde bei einer Ausgrabung in einem dänischen Moor gefunden.) - Im 13. Jh. finden sich wieder Hinweise auf die Verwendung des Knopfes, dessen Gegenhalt durch eine Schlinge oder Öse gebildet wurde. Aber erst, als im 14. Jh. enganliegende Kleidungsstücke in Mode kamen, die man nicht mehr einfach über den Kopf ziehen konnte, wurden Knopf und Knopfloch bzw. Schlinge oder Öse allgemein übernommen. Sie ermöglichetn u.a. des völlige "Abknöpfen" von Ärmeln. Über ihre praktische Bedeutung hinaus hatten sie häufig auch Schmuckfunktion. (s. Mode)
Knöpfe waren zumeist aus Holz oder Bein gefertigt, die Herstellung der Halbfertigprodukte für die Knopfmacherei war demnach Sache der Drechsler, Horn- und Beinschnitzer. Auch gab es Knöpfe aus Bronze, Kupfer, Messing oder Glas. Für repräsentativen Ornat wurden Schmuckknöpfe aus Gold und Silber oder aus Edelsteinen (Bernstein, Koralle) gefertigt.
Die Knopfmacherei war ein zünftiges Handwerk, häufig mit dem der Paternostermacher verbunden. Aufgrund der vielen verschiedenen Materialien und Bearbeitungsweisen waren ein lange Lehrzeit und Gesellenwanderung obligatorisch.
(s. Kleidung)