Kunigunde (hl.)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kunigunde (um 980 - 1039; hl.) Aus einem luxemburgischen Grafengeschlecht, im Kloster erzogen, wurde als Gemahlin des Bayernherzogs Heinrich dt. Königin (1002) und Kaiserin (1014). Klug und hochgebildet, war sie ihrem Gatten Beraterin und zeitweilige Stellvertreterin. Ihre Ehe blieb kinderlos, und nachdem sie ihrem Recht auf das Krongut Bamberg, ihre Morgengabe, entsagt hatte, setzte Heinrich "Gott selbst zum Erben" ein. In der Nähe des Königshofes Kassel, der ihr als Witwengut übergeben worden war, erbaute sie das Kloster Kaufungen, das von Heinrich mehrfach beschenkt wurde. Nach dem Tode Heinrichs (1024) leitete sie gemeinsam mit ihren Brüdern Heinrich von Bayern und Dietrich von Metz das Reich bis zur Wahl des Nachfolgers Konrad II. Danach trat sie in ihr Kloster Kaufungen ein und lebte als einfache Schwester – den Äbtissinnenstab hatte sie abgelehnt – noch 15 Jahre. Beigesetzt wurde sie an der Seite Heinrichs im Bamberger Dom. Schon bald nach ihrem Tod kamen die Legendenmotive des Gangs über glühende Pflugscharen (Gottesurteil zum Beweis ihrer Jungfräulichkeit) und der Josephsehe (sexuelle Enthaltsamkeit als Begründung ihrer Kinderlosigkeit) auf; noch vor 1199 schrieb ein Anonymus ihre Vita. Die Heiligsprechung Kunigundes erfolgte am 29. März 1200 durch Innozenz III.
(s. Heinrich II.(dt. König, Röm. Kaiser), Bamberg)