Memorialzeichen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Memorialzeichen (v. spätlat. memoriale = Erinnerungs-, Merkzeichen). Als Gedächtnisstützen für Herrschaftsansprüche, Genealogien, Rechtssachen, kulturelle Hervorbringungen, Lerninhalte usf. kannte das MA. ein reiches Reservoir an immateriellen und materiellen Hilfsmitteln. Zu ersteren zählten u.a. rituelle Handlungen, Gesten, Gebärden, Zufügung körperlicher Schmerzen etwa in Form von Ohrfeigen, zu letzteren Schriften und Zeichen, Gegenstände (wie Schwert, Fingerring, Gürtel, Fahne oder Richterstab) aber auch Bauwerke (wie Burgen, Kirchen oder Rathäuser). Sie alle zeugten von althergekommenen und gemeinhin noch beachtenswerten Rechten und Bräuchen. Der ital. Gelehrte Boncampagno da Silva (~1170 - ~1240) konstatierte, „dass die Kultur des Menschen ganz und gar gedächtnisförmig strukturiert sei“ (Zit. nach H. Wenzel).
(s. Allegorie, Buchstabensymbolik, chemische Symbolsprache, deditio, Fahne, Farbensymbolik, Gebärdensymbolik, geometrische Figuren, Farbensymbolik, Glockenläuten, Glöckner, Grenzmarkierung (s. Feldgeschworene), Heraldik, Identifizierung, Insignien, Investitur, knien, Kreuz, Kronschatz, Lichtsymbolik, Monogramm, Muntatsteine, Pflanzensymbolik, Proskynese (s.Prostration), Rechtssymbolik, Reliquien, Richtungssymbolik, Ritual, Schaub, Siegel, Signalhörner, Statuszeichen, Symbol, Tiersymbolik, Wappen, Wasserzeichen, Zahlensymbolik, Zeichensprache)