Steinbrecher

Aus Mittelalter-Lexikon
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Steinbrecher (mhd. stainprecher, brechere; mlat. fractor lapidum, lapidarius). In den Steinbrüchen, die oft seitens der Bauherrschaft gekauft oder angemietet waren, arbeitete unter einem Meister eine Mannschaft von Steinbrechern und Hilfsarbeitern (Schutträumer). Gelegentlich wurden sie von ®Steinmetzen ("vorslegere", Bossierer) unterstützt. Die Arbeit der Steinbrecher war kräftezehrend, gefährlich und schlecht bezahlt. Das Handwerkszeug bestand im wesentlichen aus Spitzhacken, Keilen, Meißeln, Fäustel, Steinsäge und Brechstange. Das Brechen von Sandstein ging zumeist so vor sich, dass die Felswand unterhölt, mit Stützen ausgesteift und nach Entfernung der Stützen zum Einsturz gebracht wurde („Sturzbau“). Steine anderer Sorten wurden durch Einschlagen von Keilen abgesprengt.
Schon beim Brechen der Steine aus dem gewachsenen Gestein wurden die vom Auftraggeber vorgegebenen Abmessungen berücksichtigt. Die Quader wurden noch vor dem Transport auf eine grobe Fertigform zugerichtet, um das Transportgewicht möglichst gering zu halten. Steinbrecher arbeiteten entweder als Taglöhner oder erhielten nach Anlieferung und Abnahmekontrolle auf der Baustelle Stücklohn ausbezahlt. Obwohl die ma. Großbauten ohne die Schwerstarbeit der Steinbrecher nicht hätten errichtet werden können, werden sie in der zeitgenössischen Literatur kaum erwähnt. Ebensowenig sind ma. Darstellungen von Arbeiten im Steinbruch überliefert.
Gebrochen wurden zumeist Sand- und Kalkstein, daneben auch Granit, Basalt, Schiefer und Konglomerate (Grauwacke, Nagelfluh, Tuff). Hauptsächliche Endprodukte waren Bausteine, Bedachungsplatten, Mühl-, Feuer- und Pflastersteine.
(s. Findling)