Öle im Aberglauben

Aus Mittelalter-Lexikon
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Öle im Aberglauben. Im ma. Volksglauben galten – wie im Volksglauben der Antike – pflanzliche und animalische Öle nicht nur als Heilmittel, sondern auch als Schutzmittel gegen dämonische Kräfte, dies nicht zuletzt unter dem Eindruck christl. Salbungszeremonien mit geweihtem Öl (s. Sakramentenzauber). Geweihtes Öl, auch Öl aus Lampen von Wallfahrtskirchen, wurde Arzneien zugesetzt oder diente zur äußerlichen Anwendung bei Leiden jeder Art. Besonderer Wertschätzung erfreute sich das Öl, das vom Grabmal der hl. ®Walpurga in Eichstätt ausgeschwitzt wurde („Walpurgisöl“). Ein Fragenkatalog des Inquisitors Bernardus Guidonis legt nahe, dass Schadenszauber mit „oleo sancto et crismate“ ein geläufiges Hexendelikt war.