Agnes von Poitou

Aus Mittelalter-Lexikon
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Agnes von Poitou (um 1025 - 1077). Tochter Herzog Wilhelms von Aquitanien. Von ihrer Jugend in Frankreich bis zu ihrer Verheiratung mit König ®Heinrich III. (1043) ist nichts bekannt. Für die Regierungsgeschäfte ihres Gatten brachte sie kein Interesse auf, umsomehr jedoch für die Bestrebungen der Kirchenreformbewegung. Nach Heinrichs Tod (1056) fiel ihr die Regentschaft für den unmündigen Heinrich IV. zu – zu einer Zeit, als die Spannung zwischen Papsttum und Kaisertum kulminierte. Aufgrund ihrer geringen politischen Autorität kam es dazu, dass der Adel seine Herrschaftsrechte ausbaute, dass die Rechtssicherheit im Reich nachließ und dass das Ansehen der Zentralgewalt vor allem bei den östl. Völkern zurückging. Die Zwietracht mit Rom belastete ihr Gewissen schwer. Als Erzbischof ®Anno II. den 11jährigen Heinrich IV. von Kaiserswerth nach Köln entführte (1062), nahm sie dies als göttliche Fügung hin. Sie entsagte der Herrschaft, versöhnte sich mit Papst Alexander II. (1063) und unternahm für ihn und seinen Machfolger Gregor VII. Gesandschaftsreisen nach Deutschland, um einen Ausgleich mit ihrem Sohn zu finden. Nachdem dies misslang, trat sie in ein röm. Kloster ein, um dort bis zu ihrem Ende zu bleiben.