Ambra

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ambra, Amber (mlat. ambra, v. arab. anbar). Eine graue, wachsartige Darmausscheidung des Pottwals, die in Klumpen von bis zu 100 kg auf dem Meer treibend Fischern ins Netz ging oder als Strandgut an den Küsten gefunden und schon im Altertum zur Herstellung von Duftstoffen verwendet wurde. Die ursprünglich übelriechende und weiche Substanz entwickelt erst nach längerer Lagerung durch die Einwirkung von Licht und Luft ihre angenehm würzige Duftnote und verfestigt sich. Im SMA. wurde Ambra auch im Abendland gehandelt und dabei in Gold aufgewogen. Seine ausgehärtete Form - amber citrius oder succinum genannt - wurde als Abart des Bernsteins angesehen.
Marco Polo, der Ambra auf seinen Reisen kennen gelernt hatte, deutete seine Herkunft als Erbrochenes von Pottwalen.
Johannes Hartlieb (15. Jh.) schreibt in seinem "Kräuterbuch", Ambra wachse auf dem Meeresboden, werde von dort durch Wasserturbulenzen losgelöst. schwimme auf und treibe an die Meeresküsten. Seine Qualität sei trocken und heiß im zweiten Grade, wodurch er geeignet sei, alle Herzerkrankungen zu heilen. Außerdem bewirke Ambra Heilung bei Ohnmacht, Epilepsie und Magenleiden.
Ambra riecht modrig, erdig und leicht fäkalisch. Die Wirkung von Ambra-Räucherung ist bei sehr hoher Verdünnung erogen.