Aquamanile

Aus Mittelalter-Lexikon
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Aquamanile (aus lat aqua = Wasser und manus = Hand; bildungssprachlicher Begriff des 19. Jh.). Das Wort bezeichnet ein Kultgefäß der kath. Kirche, aus dem bei der liturgischen Händereinigung Waschwasser auf die Hände des Priesters gegossen wurde. Vorbilder des Gefäßes waren im 12. Jh. durch Kreuzfahrer aus dem arab. Kulturraum ins Abendland gelangt. Hergestellt aus Bronze oder Messing, geformt nach dem Vorbild von Tierleibern (Löwe, Greif, Drache usf.). Älteste erhaltene Stücke stammen aus dem 12. Jh. Im weiteren Verlauf fand das Aquamanile Eingang in die höfische Tischkultur (besonders in der Form von Ritter-Aquamanilen).
Im nicht-kirchlichen Bereich fanden sich derartige Wasserspender (Lavabokessel) zur Händereinigung in höfischen, später auch in bürgerlichen Haushalten.