Arnulf von Kärnten

Aus Mittelalter-Lexikon
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Arnulf von Kärnten (ostfränk. König, Kaiser; um 850 - 99). Unehelicher Sohn des ostfränkischen (bayrischen) Königs Karlmann aus dem Hause der Karolinger. Wurde 867 in die Herrschaft über die Markgrafschaft Kärnten und Pannonien eingesetzt und 887 zum Nachfolger König Karls des Dicken gewählt. Er lebte vorzugsweise in seinen bayrischen Stammlanden und baute sich in Regensburg eine neue Pfalz. Bevorzugte Aufenthaltsorte waren auch Forchheim und Frankfurt. Zur Sicherung seiner Macht stützte sich Arnulf in zunehmendem Maße auf die Bischöfe und bereitete so die Kirchenpolitik Ottos I. d. Gr. vor. Feldherrnqualität bewies er bei der Bekämpfung der Normannen (Schlacht bei Löwen, 891) und bei der Zerschlagung des großmährischen Heeres unter Swatopluk (mit Hilfe der Ungarn, Slowenen und Bulgaren). 896 wurde er als letzter Karolinger in Rom zum Kaiser gekrönt. Er kehrte krank nach Deutschland zurück und starb 899 in Regensburg, wo er in St. Emmeram beigesetzt wurde. Seine Regentschaft wird als entscheidend für die Herauslösung des späteren deutschen Reiches aus dem fränk. Großreich angesehen.