Aschermittwoch

Aus Mittelalter-Lexikon
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Aschermittwoch (mhd. aschtac; lat. Dies Cinerum, v. cinis = Asche) heißt der erste Tag der 40-tägigen vorösterlichen Fastenzeit (Quatemberfasten); er ist ein beweglicher Feiertag und fällt jeweils auf den siebten Mittwoch vor Ostern, d.h. auf den Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag bzw. auf den 46. Tag vor Ostern (die sechs fastenfreien Sonntage der Passionszeit nicht mit eingerechnet ergibt sich die 40-tägige Fastenzeit). Er ist ein strenger Fasttag, an dem oft sogar auf das eucharistische Mahl verzichtet wird. An ihm wird den Gläubigen als Zeichen der Bußfertigkeit Asche in Kreuzesform aufs Haupt gestreut bzw. die Stirn mit einem Aschekreuz gezeichnet. Da Asche auch als Scheuer- und Reinigungsmittel benutzt wurde, galt das Aschekreuz auch als Zeichen der Reinigung und Umkehr. Die Asche stammte von den Verbrennungsresten der Palmzweige vom Palmsonntag des vorigen Jahres. (Die Asche als Symbol der Reinigung spielt auch im Gottesdienst zur Einsetzung eines neuen Papstes eine Rolle; für sie wurde ein Wollfaden verbrannt.)
Papst Urban II. hat auf der Synode von Benevent (1091) allen Gläubigen zur Pflicht gemacht, sich in den Kirchen mit Asche bestreuen zu lassen. Das Zeichen sollte auch an die Vergänglichkeit des Fleisches gemahnen: "Memento homo, quia pulveris es, et in pulverem reverteris!" (Bedenke Mensch, von Staub bist du und zu Staub wirst du zurückkehren). Bis zum Ende des MA. galt der Aschermittwoch als Höhepunkt der ®Fasnacht-Zeit, die erst am darauffolgenden Sonntag zu Ende ging.