At-Tartûschi, Ibrahim ibn Achmed

Aus Mittelalter-Lexikon
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at-Tartûschi, Ibrahim ibn Achmed (10. Jh.). Arabischer Kaufmann, Diplomat und Weltreisender aus dem span. Tortosa. Er besuchte im Auftrag des Kalifen Hakam II. im Jahr 965 das Frankenreich („Infrandscha“). In Essen (Astnid) fand er erwähnenswert, dass es auch Frauenklöster gab, „während ich an anderen Orten in Infrandscha nur Klöster für Männer sah.“ Die Reise, während welcher ihn besonders die trübe Luft, die Finsternis, der Schnee und die fürchterliche Kälte bedrückten, führte ihn auch in die nordeuropäische Handelsstadt ®Haithabu/Schleswig, die er als „die reichste Stadt des Nordens“ bezeichnet. In seinem Reisebericht schreibt er: „Schleswig ist eine sehr große Stadt am äußersten Ende des Weltmeeres. In ihrem Innern gibt es Quellen süßen Wassers. Ihre Bewohner sind Siriusanbeter, außer einer kleinen Anzahl, welche Christen sind, die dort eine Kirche besitzen. ... Die Hauptnahrung der Bewohner besteht aus Fischen, denn die sind dort zahlreich. ... Nie hörte ich hässlicheren Gesang als den Gesang der Schleswiger, und das ist ein Gebrumm, das aus ihren Kehlen herauskommt, gleich dem Gebell der Hunde, und noch viehischer als dies.“ Zur Hygiene im Frankenreich stellt er fest: „Die Franken waschen sich nur ein- bis zweimal im Jahr. Ihre Kleider aber waschen sie noch seltener.“