Awaren

Aus Mittelalter-Lexikon
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Awaren (Avaren). Türkisch-mongolische Reiterstämme aus Zentralasien ("aus dem goldreichen Altaigebirge", G. Herm), die sich um die Mitte des 6. Jh. nach Westen in Bewegung setzten und zunächst im Dienst der byzantinischen Kaiser die landsuchenden Slawen auf dem Balkan bekämpften. Um 570 gründeten sie in Ungarn und dem heutigen Niederösterreich ein Großreich, Bis zum Ende des 8. Jahrhundert beherrschten sie ganz Pannonien (heutiges Ungarn ) das östliche Österreich einschließlich Kärntens sowie Slowenien und Kroatien, von wo aus sie Kriegs- und Beutezüge gegen den Balkan, gegen Böhmen, Tschechen und Deutsche führten. Unter dem Druck der Awaren waren die Langobarden aus ihren Stammlanden an der Donau nach Oberitalien ausgewichen. Karl d. Gr. führte ab 791 Feldzüge gegen die Awaren, 803 hat er sie in der Schlacht auf dem Kumenberg (Niederösterreich) vernichtend geschlagen. Auf ihren westl. Gebieten wurde die awarische Mark (Ostmark) eingerichtet. Ihr Reichsschatz wurde als Kriegsbeute fortgeschafft und trug wesentlich zur Finanzierung der ®"Karolingischen Renaissance" bei. Im 9. Jh. ging der Rest des awarischen Volkes unter den Südslawen und Ungarn auf.