Barbara

Aus Mittelalter-Lexikon
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Barbara (v. grch. barbara = die Fremde; B. von Nikomedien; 3. Jh., gest. 306 {?}). Für die Historizität der Barbara gibt es keine belastbaren Belege. Der Legende nach entstammte sie einer begüterten Familie aus Nikomedia in Kleinasien ( heute Izmit in der Türkei). Über ihre vita berichtet erstmals das „Martyrologium Romanum“ (vor 700). In der „Legenda aurea“ (13. Jh.) wird von ihr berichtet, dass sie als junge Frau wegen ihrer Schönheit und Klugheit von vielen Männern umworben wurde. Sie entschied sich jedoch, nachdem sie das Christentum kennengelernt und sich hatte taufen lassen, für ein Leben als Jungfrau. Als ihr heidnischer Vater, der sie mit einem Spross des Kaiserhauses verheiratet sehen wollte, davon erfuhr, sperrte er sie zur Strafe und um sie umzustimmen in ein Turmverlies. Als sie standhaft blieb, lieferte er sie an den röm. Statthalter Marcianus aus, auf dessen Befehl sie grausam gefoltert wurde: er ließ sie öffentlich mit Keulen schlagen, mit brennenden Fackeln rösten und ihr die Brüste abschneiden. Als sie allen Martern trotzte, schlug ihr der Vater eigenhändig das Haupt ab. Kurz darauf wurde er von einem Blitz getroffen und verbrannte. Am Grab der Barbara haben am folgenden Weihnachtsabend und jedes Jahr darauf die vertrockneten Blumen frisch zu blühen begonnen, was als Vorbild für unseren Weihnachtsbaum betrachtet wird. Um das Jahr 1000 wurden ihre Reliquien nach Venedig überführt, und von dort auf die Insel Torcello in der dortigen Lagune.
Als Gedenktag der populären Heiligen gilt seit dem 12. Jh. der 4. Dezember. An diesem Tag wurden Zweige von Obstbäumen – vornehmlich Kirschzweige - oder von Forsythien geschnitten und in die warme Wohnung gebracht, wo sie dann zu Weihnachten in Blüte standen („Barbarazweige“). In bildl. Darstellungen wird ihr oft ein Turm zur Seite gestellt, der - als Kanonenrohr fehlgedeutet – sie zur Patronin der Artilleristen werden ließ. Sie gilt als Retterin vor plötzlichem, unversehenen Tod, weswegen sie denen als Schutzpatronin galt, die von einem solchen besonders bedroht waren: so den Berg- und Hüttenleuten, Bauarbeitern und Büchsenmeistern sowie all jenen, die sich in Gewittersgefahr befinden. Barbara wurde den 14 ®„Nothelfern“ zugerechnet. Der Barbaratag wurde vielfach als Lostag betrachtet, z.B. „Barbara im Klee, Christkind im Schnee“, „Barbara im weißen Kleid, verheißet gute Sommerszeit“, „Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen“.