Bausteine

Aus Mittelalter-Lexikon
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Bausteine. Im MA. kamen folgende Bausteinarten zur Verwendung:
1.) Bruchstein, aus natürlich gewachsenem Fels herausgebrochener Stein von unregelmäßiger Form
2.) Feldstein (Findling, Lesestein)
3.) Haustein (Werkstein), zu regelmäßiger Form zurechtgemeißelter Stein
4.) Backstein (Ziegel), aus Lehm oder Ton gefertigter, durch Brand gehärteter Stein; als Formstein für den jeweiligen Zweck (z.B. für Kapitelle) ausgeformt. Bei der Herstellung des Lohsteins wurde der Ziegelmasse Gerberlohe zugesetzt, die beim Brand Hohlräume hinterließ, und so leichte, zum Gewölbebau geeignete Steine ergab. An der Oberfläche eines Backstein-Mauerwerks zeigt der Binder seine Schmalseite, der Läufer seine Längsseite (s. Mauerwerk).
Bei der Wahl der zu vermauernden Gesteinsart stand die Verfügbarkeit in der Nähe der Baustelle im Vordergrund der Erwägungen. Fast als ebenso wichtig galten leichte Bearbeitbarkeit, Festigkeit, Witterungsbeständigkeit und "schöne" Anmutung. Im mitteleuropäischen Raum wurden am häufigsten Sand- (Kölner Dom, Wartburg), Mergel- (Flandern) und Kalkstein (Dome zu Mainz, Regensburg, Wien) verbaut. Wo kein gut zu bearbeitendes Weichgestein verfügbar war, verwendete man Grauwacke (Wipperfürth, Pfarrkirche St. Marien), Travertin (Bad Langensalza, Marktkirche St. Bonifaz), Tuff (Maria Laach), Pläner (Kieselmergel; Dresden, OT Leubnitz-Neuostra, Kirche), Basalt (Burg Amöneburg bei Marburg/Hessen), Granit (Chateau du Spesbourg bei Andlau/Elsass, Granitkirchen im Jeverland) und Gneis (Annaberg i. Erzgeb., St.-Annenkirche). Als Material für Fassaden, Säulen und Denkmale wurde heimischer Porphyr (vom Rochlitzer Berg, Sachsen), für Stufen und Dachplatten Plattenschiefer (etwa aus dem Rheinischen oder Vogtländisch-Thüringischen Schiefergebirge) verbaut.
(s. Leichtbausteine)