Belemniten

Aus Mittelalter-Lexikon
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Belemniten (zu grch. belemnos = Geschoss, Blitz; mhd. donerstein). In der Jura- und Kreideformation als Leitfossil vorkommende versteinerte Reste von Kopffüßer-Gehäusen (Rostren). Der Form nach schlanke, spitz-kegelig zulaufende Röhren mit kreisrundem Querschnitt, die von einem Mantel aus Feuerstein (Flint) umgeben und mit Kreidekalk gefüllt sind. Wie im antiken Volksglauben hat man auch im ma. Aberglauben angenommen, dass sie durch Einschläge von Blitzen in den Boden entstanden seien; von daher galten sie als Abwehrmittel gegen Gewitter. In der Volksmedizin verwendete man abgeschabtes Pulver als Heilmittel bei vielerlei Krankheiten und Verletzungen. (Die gelegentliche Verwechslung des Donnersteins mit dem Luchsstein {s. Tiersteine}, welchen man für versteinerten Luchs-Urin hielt, rührt wohl daher, dass bei starkem Reiben des Steins ein ammoniak-ähnlicher Geruch entsteht.)