Beutelbuch

Aus Mittelalter-Lexikon
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Beutelbuch. Sma. Sonderform des Einbandes kleinformatiger Bücher, bei welchem über dem Bucheinband ein zweiter Lederbezug gelegt ist, der den Unterschnitt weit überragt, spitz ausläuft und meist in einer Schlafe oder einem Metallring endet. Schlaufe oder Ring konnten am Gürtel befestigt werden, sodass man das Buch – sei es ein Brevier, ein Liederbuch, ein Journal oder ein Warenverzeichnis – stets mit sich führen konnte. Am Gürtel getragen hing das Buch mit dem Oberschnitt nach unten, musste also zum Lesen um 180° gedreht werden. Beutelbücher, wie sie sich nur in wenigen Exemplaren erhalten haben, waren von der 2. Hälfte des 14. Jh. bis zur Mitte des 16. Jh. in Gebrauch.