Brauttür

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brauttür, Brautportal (zu mhd brut, briut, brout = Braut, Vermählte; auch: Eheportal). Meist an der Nordseite größerer ma. Kirchen gelegene Tür, an deren Schwelle den Brautleuten die obligatorischen Vorfragen (etwa nach Abkunft und Verwandtschaftsgrad) gestellt wurden. Die Pforte war häufig durch ein hölzernes Vordach geschützt und mit Skulpturenschmuck versehen, für den die Motive der "Klugen und Törichten Jungfrauen", des ersten Menschenpaares und der Ecclesia als Braut Christi herangezogen wurden. Eine Brauttür findet sich beispielsweise am Bamberger Dom, an der Bamberger Pfarrkirche zu unserer Lieben Frau, an der Mainzer Pfarrkirche St. Quentin und an der Nürnberger St. Sebalds-Kirche. (Der Eheschließungsbrauch "in facie ecclesiae" hat sich bis über das Ende des MA. hinaus erhalten.)
(s. Eheschließung)