Brezel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brezel (mhd. prezel, prezile, brezel; ahd. brezitella, brecedela, pricella; mlat. bracellus, brecita; wahrsch. Demin. zu lat. bracchium = Unterarm, da die Form an das Bild verschlungener Unterarme erinnert; in dem Glossarium Lindenbrogi [10./11. Jh.]: „brecita: crustulum, genus panis oleo conspersus, in medio concavus et tortus“). Backwerk aus einem Teigstrang mit dünner auslaufenden Enden, welche aufeinanderzu gebogen und über Kreuz zurück zum Mittelstück geführt wurden. Wurde wahrscheinlich von Italien her übernommen, und in der vorösterlichen Fastenzeit oder in der Zeit zwischen Neujahr und Ostern gebacken und als Kultgebäck verzehrt oder im Hause als Apotropaion gegen Fieber und Zauberei aufgehängt.