Brun von Schonebeck

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brun von Schonebeck (13. Jh.) Aus einer der angesehensten Patrizierfamilien Magdeburgs stammender Verfasser geistl. und weltl. Dichtung. Das wichtigste seiner Werke ist das mit 12.719 Versen fast vollständig erhaltene "Hohe Lied". Es entstand um 1275 in Anlehnung an die "Expositio in Canticum Canticorum" ("Auslegung des Hohen Liedes") des ®Honorius Augustodunensis und enthält Zitate aus der Bibel, von Augustinus, Bernhard von Clairvaux, von Horaz und Ovid. Im ersten Teil des Hohen Liedes werden die Vorzüge Salomons – Weisheit, Schönheit, Reichtum – geschildert. Danach folgt eine Erzählung über dessen Liebe zur Tochter des Pharaos und schließlich eine exegetische Betrachtung: der Bräutigam Salomon wird mit einmal mit Christus, die Braut mit Maria verglichen; ein anderesmal wird als Bräutigam Gott, als Braut die Seele gesehen. Abschließend folgt eine Betrachtung über den Aufstieg der Seele zu Gott.