Bruno von Köln

Aus Mittelalter-Lexikon
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Bruno von Köln (B. Hartefaust, B. der Kartäuser; um 1032 - 1101, hl.). Geboren aus adliger Familie in Köln, wo er auch studierte und nach glänzendem Abschluss Kanoniker wurde. Zwischen 1057 und 1076 war er Leiter der Domschule zu Reims, wo er u.a. den späteren Papst Urban II. unterrichtete, danach Kanzler des dortigen Erzbischofs. Wegen Intrigen am erzbischöflichen Hof und wegen der Bestechlichkeit seines Vorgesetzten zog er sich in die Benediktinerabtei Solesmes zurück und wurde Mönch. 1084 gründete er in dem weltfernen Tal von Cartusia (bei Grenoble) eine Eremitengemeinschaft, aus welcher der Orden der ®Kartäuser hervorging. (Der Bauplan des Eremitenklosters mit Einzelzellen und Oratorium wurde für alle späteren Kartausen richtungsweisend.) Bruno wurde 1190 von seinem Schüler Papst Urban II. als Berater nach Rom berufen. Zwei Jahre später zog er sich in die Wildnis Kalabriens zurück, möglicherweise auf der Flucht vor Kaiser Heinrich IV., dessen Gegnerschaft er sich wegen seiner papstfreundlichen Stellungnahme im Investiturstreit zugezogen hatte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in seiner zweiten Gründung, dem kalabrischen Kloster Sta. Maria dell Eremo in der Wildnis La Torre. – Von seiner schriftlichen Hinterlassenschaft ist besonders sein Psalmenkommentar zu erwähnen, bei welchem die Texterläuterung gegenüber der Ausbreitung seiner religiösen Meinung in den Hintergrund tritt.