Bruno von Querfurt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Bruno von Querfurt (um 974 - 1009; hl.). Verwandter des sächs. Kaiserhauses, geboren in Querfurt (bei Merseburg), von Geburt an für die Klerikerlaufbahn bestimmt, aufgewachsen in Magdeburg und – zusammen mit seinem Verwandten Dietmar, dem späteren Bischof von Merseburg – an der dortigen Domschule ausgebildet. Er wurde 995 Kaplan an der Hofkapelle Ottos III. und dessen persönlicher Ratgeber. Zusammen mit dem Kaiser weilte er 997 in Rom. Dort wurde er – beeindruckt von Leben und Martyrium des Missionsbischofs ®Adalbert von Prag – Mönch (998), und – unter dem Einfluss Romualds von Camaldoni – Eremit in dessen Klause in Pereum bei Ravenna (1001). 1002 berief ihn Silvester II. zum Erzbischof für die östl. Missionsgebiete. In dieser Funktion betrieb er die Christianisierung in Siebenbürgen, Ungarn, Rußland und Preußen. Nach seiner Rückkehr begab sich Brun an den Hof des Polenherzogs Boleslaw, mit dessen Hilfe er zu seiner letzten Missionsreise aufbrach. In deren Verlauf erlitt er Anfang 1009 mit 18 seiner Gefährten im Grenzland zwischen Preußen, Litauen und Rußland das Martyrium. Von seinen Schriften sind zwei Fassungen der Vita des hl. Adalbert und ein Brief an Heinrich II. erhalten. In letzterem übt er scharfe Kritik an der Ostpolitik des Königs, der sich mit den heidnischen Lutizen gegen Boleslav I. Chrobry verbündet und so deren Christianisierung verhindert hatte.