Buchweizen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Buchweizen (der in Norddeutschland gebräuchliche Name [bokweten] rührt wohl von der Ähnlichkeit der Früchte mit denen der Buche (Bucheckern) her. In Mittel- und Süddeutschland als Heiden-, Haden- oder Taternkorn bekannt, da von östlichen Nachbarländern übernommen; Fagopyrum esculentum). Eine 30 - 60 cm hohe, einjährige, als Sommerfrucht angebaute Pflanze, aus deren bucheckernähnlichen Samen vom HMA. an Mehl, Gries und Grütze gewonnen wurden. Zum Brotbacken taugt das Buchweizenmehl wegen seines geringen Klebergehaltes nur nach Vermischung mit Weizen- oder Roggenmehl. Bekannt waren Buchweizengrütze, -brei, -pfannkuchen und -knödel. Außerdem wurde Buchweizen als Braugut verwendet. Nach Verzehr von Buchweizengebäck konnte die Buchweizenkrankheit (Fagopyrismus) auftreten, eine toxische Krankheit infolge Photosensibilisierung der Haut durch einen Giftstoff (Fagopyrin). Älteste Fund von Buchweizenfrüchten in Europa stammen aus dem 6. – 10. Jh. (Ungarn, Böhmen, Polen). Der Buchweizenanbau in Mitteleuropa scheint erst im 13./14. Jh. von Osten her, vermehrt vom 15. Jh. an, aufgekommen zu sein. (Erster schriftlicher Beleg für Niedersachsen, 1380).