Chaldäer

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Chaldäer. Aramäische Bevölkerungsgruppe, die nomadisierend nach Babylonien eingewandert war und um 626 v. Chr. dort eine Königsdynastie begründete. Unter ihrer Herrschaft kam es zu einer Blüte der astrologischen Wissenschaft, weswegen Griechen und Römer die Bezeichnung „Chaldäer“ auf alle Wissenschaftler, Astrologen, Zauberer und Wahrsager bezogen. Besonders die Dämonologie der Chaldäer dürfte – vermittelt und verfestigt durch jüdische und arabische Gelehrte – die christliche Dämonenlehre wesentlich beeinflusst haben. In erster Linie das Wettergeschehen und Krankheiten von Mensch und Tier sah diese animistische Lehre als von Dämonen beherrscht an. Von der Spätantike übernahm das abendländische Mittelalter das Synonym „Chaldäer“ für Astrologen (mathematici), Alchemisten (chymici) und Wahrsager (divinatores). Aus dem Baal Sebub der Chaldäer wurde der christliche Erzteufel Beelzebub. Einer Legende nach haben Chaldäer 72 Oberdämonen, die von König Salomon in einem Bronzekessel eingeschlossen und so unschädlich gemacht worden waren, wieder freigelassen, um sie durch Beschwörung dienstbar zu machen.