Cholera

Aus Mittelalter-Lexikon
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Cholera (lat., = Gallebrechdurchfall; nach Hippokrates von chole = Galle, wahrsch. jedoch v. grch. cholera = Dachrinne, Traufe [wegen des unstillbaren Durchfalls oder von hebr. chaurah = böse Krankheit; mhd. kolre oder swarzer tod [wegen der zyanotischen Hautverfärbung], uzvluz des buches, bluotvluz; mlat. desenteria. Avicenna und Averroes kennen die Krankheit als Haiza). Durch die Endotoxine der Cholera-Vibrionen hervorgerufene schwerste epidemische Infektionskrankheit mit permanentem Erbrechen und Durchfall ("Reiswasserstuhl"), hohem Fieber, eingefallenen Wangen und charakteristischer Blaufärbung von Hautpartien an Brust und/oder Rücken (Zyanose). Der starke Flüssigkeitsverlust bewirkt Austrocknung, Kreislauf- und Nierenversagen und führt meist rasch zum Tod. Leichte, symptomlose Infektionen, die sich bei Seuchenzügen häufen, tragen zur Weiterverbreitung der Krankheit bei. Einzige Infektionsquelle ist der Mensch, das Übertragungsmedium meist Trinkwasser oder verunreinigte Speisen, die Ursprungsgebiete liegen in SO-Asien (daher Cholera asiatica). Die Ausdehnung nach Westen scheint durch die ma. Pilger- und Kreuzzüge ins Heilige Land ausgelöst worden zu sein. Die Zuordnung ma. Massensterben, die mit Durchfällen einhergingen, zu einer speziellen Erkrankung – etwa der Cholera – fällt schwer, da Durchfälligkeit häufig auch bei anderen Krankheiten (z.B. bei epidemischer Bakterien- oder Amöbenruhr) auftritt. (Die erste eindeutig als Cholera identifizierte Epidemie in Europa fällt in die Jahre 1826 bis 1837, in Deutschland auf 1831 {Danzig}.)
(s. Ruhr)