Ciborium

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ciborium (lat., v. grch. kiborion = Trinkbecher; die Bezeichnung "Ciborium" hat sich erst im 16./17. Jh. anstelle von Vas, Vasculum oder Pyxis durchgesetzt.)
1.) Kunstvoll gearbeitetes, mit einem Deckel verschließbares Behältnis (Kästchen, Büchse), seit dem HMA. meist in Form eines Kelches mit kuppelförmigem Deckel, zur Verwahrung der konsekrierten Hostie auf dem Altar („Weihbrotgefäß“). Ciborien konnten aus den verschiedensten Materialien gefertigt sein; vom SMA. an herrschen Silber, Kupfer und Messing vor.
2.) Steinernes, freistehendes Viersäulengehäuse mit Bedachung (als Pyramidendach, in der Gotik oft in der Form eines Maßwerk-Turmhelms), das den Altar überspannt bzw. ein Behältnis ähnlicher Gestaltung, das auf dem Altar die Funktion eines ®Tabernakels hat. Auch als Überbau über einem Grabmal, einer Predigtkanzel oder einer Statue.