Columban von Luxeuil

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Columban von Luxeuil (zu lat. Columba = die Taube, also „der Taubenartige“; auch C. von Bobbio oder C. der Jüngere; 542 – 615). Irischer Wanderabt und Missionar, der um 591 in Begleitung von zwölf Mitbrüdern von seinem Heimatkloster Bangor (Nordost-Irland) nach Gallien aufbrach, um dort die Lehre Christi zu verbreiten. Er gründete mehrere Klöster – darunter Luxeuil in Burgund -, zu denen viele Söhne fränkischer Edler als Oblaten geschickt wurden. Über einem Streit um den Ostertermin entzweite er sich um 600 mit den fränk. Bischöfen und wich vor deren Anfeindungen nach Alemannien in die Gegend um den Bodensee aus. Hier gründete sein Begleiter Gallus eine Einsiedelei, aus der die berühmte Abtei St. Gallen erwachsen sollte. Im Jahre 612 zog er weiter nach Norditalien, wo ihm der Langobarden-König Agilulf ein Land namens Bobbio schenkte. (Columban gelang es, den König vom Arianismus zum Katholizismus zu bekehren.) In Bobbio gründete ein Kloster, in welchem er bis zu seinem Tod am 23. November 615 verblieb. Sein Grab fand er in der Krypta der Pfarrkirche von Bobbio.
Die von Columban verfassten Ordensregeln („Regula monachorum“ und „Regula coenobialis“) waren strenger als die bis dahin bekannten hinsichtlich Askese, Gebetspraxis, Studium und Bestrafung von Vergehen der Mönche, und wurden vorbildhaft für das abendländische Mönchtum. Schon bald nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt und gilt als Urheber der Idee von einer kulturellen Einheit Europas (totius Europae). Außer seinen Ordensregeln hat er die Schrift „De poenitentiarum misura taxanda“ zu Beichtpraxis und angemessener Buße hinterlassen.