Danewerk

Aus Mittelalter-Lexikon
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Danewerk (Danevirke). Als größtes archäologisches Denkmal Nordeuropas gilt die Wehranlage, die dänische Könige in der Schleswiger Landenge (zwischen der Schlei im Osten und der seinerzeit unpassierbaren Eider-Treene-Niederung) zum Schutz gegen Übergriffe aus dem Süden und zur Sicherung des Handelsweges zwischen Haithabu und Hollingstedt errichteten.
Das ca. 17 km lange Wallsystem besteht aus mehreren Teilabschnitten. Danewerk I , errichtet 730/37, bestand aus dem Hauptwall (zwischen der innersten Schlei und dem Tal der Rheider Au) und dem Osterwall (zwischen der Eckernförder Bucht und der Großen Breite der Schlei). Der Bau war als 2 m hoher und etwa 12 m breiter Erdwall mit einer starken, senkrechten Palisadenfront angelegt.
Danewerk II (Kograben), im 9. Jh. (10. Jh. ?) entstanden, erstreckte sich schnurgerade vom Selker Noor (einem südl. Nebenarm der Schlei) bis zur Rheider Au. Er war ursprünglich ein 2 m hoher und 7 m breiter Erdwall mit einer Holzpalisade als Wallfront und einem vorgelagerten 4 m breiten und 3 m tiefen Spitzgraben.
Zu den Bauten von Danewerk III, welche die älteren Anlagen vervollständigten, zählen Ausbauten des Hauptwalles sowie der Halbkreiswall von ®Haithabu und der Verbindungswall zwischen beiden, ferner einige kürzere Wälle, die wahrscheinlich Wegdurchlässe sicherten. Der Zentralabschnitt des Hauptwalles wurde im 11. und 12. Jh. mehrfach umgebaut und erhielt zuerst eine 3 m hohe Feldsteinmauer, später eine 7 m hohe Backsteinmauer mit Strebepfeilern und vorkragendem Wehrgang.
974 konnte Kaiser Otto II. Haithabu und das Danewerk - und damit die einträgliche Eider-Schlei-Passage - in seine Gewalt bringen. Aber schon nach seinem Tod 983 machten die Dänen die Eroberung zunichte. Unter den Dänenkönig Waldemar I. d. Großen (1131 - 1182) kam es zu einer letzten großen Aufbauphase des Grenzwalles. In der ersten Hälfte des 13. Jh. wurde die Eider-Schlei-Passage aufgegeben und das nunmehr funktionslos gewordene Danewerk verfiel. Es behielt jedoch als Riegel vor Jütland bis ins 19. Jh. eine gewisse Bedeutung.