Dante Alighieri

Aus Mittelalter-Lexikon
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Dante Alighieri (1265 - 1321). Sohn einer alten Florentiner Familie, erhielt sorgfältige Ausbildung in Musik, Poesie, Rhetorik, Latein und Griechisch, wie auch in Reiten und Fechten. Nahm in den Streitigkeiten zwischen kaiserlichen Ghibellinen und päpstlichen Guelfen für die Kaiserlichen Partei, stieg in höchste Ämter auf, musste aber vor der Übermacht der Gegner nach Rom fliehen und wurde in Abwesenheit zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Nach dem Tod seines verehrten Gönners Heinrich VII. (1303) lebte er bis ans Lebensende im Exil an verschiedenen Orten (darunter Verona, Bologna, Lucca, Ravenna).
Dante gilt als der größte Dichter des ma. Italien. In seinen Werken schuf er die Grundlage der ital. Schriftsprache. Darüberhinaus spiegelt sich in seinen Schriften das geistliche, wissenschaftliche, künstlerische und politische Leben seiner Zeit. Aus dem Gefühl seiner großen unerfüllten Liebe zu Beatrice Portinari fand er zum "Dolce Stil Nuovo".
In seinem philosophischen Hauptwerk "De monarchia libri tres" (Drei Bücher über die Monarchie; 1310, lat.) vertrat er die Ansicht, dass gemäß göttlichen Gesetzes in weltlichen Dingen dem Kaisertum die Lenkungsgewalt zustünde, die Gewalt des Papstes und der Kirche sei dagegen auf die Sorge um das ewige Seelenheil beschränkt. (Folgerichtig wurde die Schrift als ketzerisch verurteilt und auf dem Konzil von Trient {1545-1563} als eine der ersten auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.)
Sein bekanntestes Werk, die „Commedia“ (der Bocaccio später den Beinamen „Divina“ gab), entstand im Exil in Ravenna und beschäftigte ihn von 1290 bis an sein Lebensende. In Form einer Vision berichtet der Dichter in dreizeiligen Strophen (Terzinen) toskanischer Mundart von Inferno (Hölle, 34 Gesänge), Purgatorio (Fegfeuer, 33 Gesänge) und Paradiso (Paradies, 33 Gesänge). Dem Erzähler – nach dem Tod der geliebten Beatrice verwirrt und vom rechten Wege abgekommen – bietet sich Vergil, die Verkörperung von Vernunft, Philosophie und antiker Bildung, als Führer an. Er begleitet ihn auf dem Weg der Läuterung durch Hölle und Fegfeuer bis hin zum Paradies, wo ihn Beatrice empfängt und ihn zur Erfüllung der Vision in der Schau Gottes führt. Die „Göttliche Kommödie“ umfasst Realität und Allegorie, Philosophie, Astrologie und aktuelle Zeitgeschichte.
Weitere Werke: „La vita nuova” (ital. Sonette an Beatrice, 1229 - 95); „Il convivio“ (Das Gastmahl; eine philosoph. Enzyklopädie; ital., 1306 - 08); „De vulgari eloquentia“ (zur ital. Literatursprache und Poetik; lat., etwa 1304).