Davidstern

Aus Mittelalter-Lexikon
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Davidstern (Davidschild, Hexagramm; hebr. Magen David). Das aus zwei sich durchdringenden gleichseitigen Dreiecken gebildete Sinnbild war schon der sumerischen und der altindischen Kultur als magisches Zeichen bekannt, ist erstmals im 7. Jh. auf einem Siegel aus Sidon für das Judentum sicher belegt und erlangte vom 14. Jh. mit der Kabbalah symbolische Bedeutung im jüdischen Glauben. Der Davidstern symbolisiert die Verflechtung von unsichtbarer und sichtbarer Welt, die wechselseitige Durchdringung von Geist und Materie. Einer wohl jüngeren Deutung nach ist er aus zwei übereinandergelegten Deltas gebildet, den Anfangs- und Endbuchstaben des Namens des jüdischen Königs David.
Als 1354 Kaiser Karl IV. der Prager Judenschaft das Privileg einer eigenen Fahne zuerkannte, erschien diese mit dem Davidstern als Zeichen. Bald wurde er, nicht zuletzt durch die Judengemeinde in Amsterdam, zu einem geläufigen Symbol des Judentums. Als solches wurde es in jüdische Grabsteine eingemeißelt. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks im 15. Jh. benutzten jüdische Verleger das Zeichen als Teil ihrer Imprimatur.
Schon im 14. Jh. war das Hexagramm auch in der nichtjüdischen Welt als magisches Symbol erschienen. Man benutzte es zur Abwehr böser Geister und als alchimistisches Zeichen der vier Hauptelemente Erde, Wasser, Feuer, Luft.
(s. a. geometrische Figuren)