Dinkelsbühl

Aus Mittelalter-Lexikon
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Dinkelsbühl. Ein fränk. Königshof des 9. Jh. an einer Furt durch die Wörnitz und an der Kreuzung zweier alter Heer- und Handelsstraßen wird als Keimzelle Dinkelsbühls angesehen. Der Name soll auf einen Verwalter "Thingolt" zurückgehen. (Die drei Dinkelähren im Stadtwappen verweisen auf den legendären frommen Dinkelbauern, der seinen Hof den Karmelitermönchen vermacht haben soll.) Erste urkundliche Erwähnung findet sich 1188 als "burgum Tinkelspuhel". Friedrich I. Barbarossa vermachte den Marktort – zusammen mit anderen staufischen Hausgütern – seinem Sohn Konrad, Herzog von Schwaben, zur Hochzeit. 1251 wurde die Stadt von König Konrad IV. an Graf Ludwig von Öttingen verpfändet. Noch aus dem 13. Jh. stammen die Reste des ersten Befestigungsrings. Ab 1274 war Dinkelsbühl Freie Reichsstadt. Um 1290 wurde – wahrscheinlich von Würzburg aus – ein Karmeliterkloster gegründet. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 14. Jh., hauptsächlich aufgrund ihrer Wollweberei und Sichelmacherei. 1341 konnte sich Dinkelsbühl wieder aus der Pfandschaft der Grafen von Öttingen freikaufen. 1370/80 wurde der Mauerring auf den heutigen Umfang erweitert. 1387 erzwangen die Zünfte in einem "Richtungsbrief" die Gleichstellung mit den Patriziern im Rat, mit denen sie von da an abwechselnd den Bürgermeister stellten.
Ma. Bauten: die St. Georgskirche (15. Jh.; dreischiffige spätgot. Hallenkirche über den Resten eines roman. Vorgängerbaus aus der ersten Hälfte des 13. Jh.; schönes Sterngewölbe); die Dreikönigskapelle (beurkundet 1378); wesentliche Teile der Wehranlagen (vier Stadttore, 14 Türme).