Djabir ibn Hajjan

Aus Mittelalter-Lexikon
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Djabir ibn Hajjan as Sufi (~721 - ~815; im Abendland als Geber bekannt). Der berühmteste arab. Alchemist des MA. Ihm wurden später hunderte von naturwissenschaftlichen Werken in in griech., syrischer und persischer Sprache zugeschrieben, die nur zum kleinsten Teil von ihm selbst stammen dürften. Auch das unter seinem latinisierten Namen Geber erschienene "Corpus Gabirianum" ist erst im 9./10. Jh. entstanden und kam im 13. Jh. in lat. Fassung ins christl. Abendland. Es enthält in ca. 3.000 Kapiteln das gesamte Wissen der Antike. Sein Autor beschäftigt sich auf den Grundlage aristotelischer Naturphilosophie mit den Wissenschaften Philosophie, Theologie, Alchemie, Medizin, Klimata, Astrologie, Mathematik, Musik und Magie bis hin zur künstlichen Erzeugung von Lebewesen.
Um 1250 entstand in Spanien unter dem Namen Pseudo-Geber ein grundlegendes lat. Werk über Alchemie, die "Summa perfectionis magisterii". Deren Abhängigkeit vom "Corpus Gabirianum" ist umstritten. Sie behauptet, dass Quecksilber der Hauptbestandteil der Metalle sei, und beschreibt die Herstellung von Schwefelsäure, Salpetersäure, Höllenstein, Salmiak, Arsenik und Eisenvitriol, Legierungen von Quecksilber mit Gold, Silber, Blei, Zinn und Kupfer sowie zahlreiche Metalloxide und Metall-Schwefelverbindungen. Die Summa nennt physikalische Verfahren wie Evaporieren, Sublimieren, Kristallisieren, Filtrieren, Destillieren, Kalzinieren, Oxidieren und Sulfurieren.