Dominikus

Aus Mittelalter-Lexikon
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dominikus von Calaruega (Domingo de Guzman, um 1170 - 1221, hl.). Trat nach dem Theologiestudium 1195 dem Domkapitel von Osma in Nordspanien bei und machte dort eine steile Karriere. 1203 begleitete er seinen Bischof auf einer Reise durch Südfrankreich und wurde dabei mit der Albigenserketzerei konfrontiert. Von da an empfand Dominikus die Bekämpfung der Ketzerei als seine Lebensaufgabe. Da die Volkstümlichkeit der Albigenser (s. Katharer) zum Teil darin gründete, dass sie weltlichen Reichtum verachteten, konnten nur Missionare Erfolg haben, die – anders als die römische Amtskirche – das Armutsideal praktizierten. In dieser Einsicht richtete Dominikus 1215 mit der Zustimmung des örtlichen Bischofs in Toulouse einen Bettelorden ein, den Papst Innocenz III. 1216 vorläufig und Papst Honorius III. 1217 endgültig bestätigte. Ab 1217 war Dominikus mit der Organisation des Ordo fratrum praedicatorum beschäftigt, der später nach seinem Gründer Orden der ®Dominikaner benannt wurde. Ein Jahr vor seinem Tod konnte Dominikus das erste Generalkapitel einberufen (Bologna, 1220). 1234 wurde er heilig gesprochen.