Dreikönigsschrein

Aus Mittelalter-Lexikon
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Dreikönigsschrein. Für die 1164 in Mailand geraubten und nach Köln überführten Reliquien der Hl. Drei Könige und der Heiligen Nabor und Felix wurde im Auftrag des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg (gest. 1191) ab 1180 ein Prunkschrein angefertigt. Der Schrein hat die Form einer dreischiffigen Basilika, deren Seiten- und Stirnwände durch Arkadenstellungen gegliedert und mit erhaben herausgetriebenen Figuren verziert sind. Zum dargestellten Bildprogramm gehören 24 Sitzfiguren der Apostel und Propheten, die Anbetung der Könige, die Taufe im Jordan, die Geburt des Herrn und seine Wiederkehr zum Jüngsten Gericht. Der „Goldene Schrein“ besteht aus einem mit vergoldeten Silber- und Kupferblechen beschlagenen Holzkern, verziert mit Emaileinlagen, Edelsteinen und Perlen. Der Mittelteil der Stirnseite kann abgenommen werden, damit die Schädel der Heiligen betrachtet werden können. Pilger konnten mitgebrachte Amulette, Rosenkränze oder andere Gegenstände mit einer silbernen Zange an die Schädel halten lassen, damit die Kraft der Reliquien darauf überging.
Entwurf und Ausführung waren der Kölner Werkstatt des ®Nikolaus von Verdun aufgetragen worden, der die Längswände um 1191 fertigstellte. Die Vorderwand entstand 1198-1206 in der Werkstatt eines Kölner Meisters, die Rückwand hat um 1230 ein ebenfalls unbekannter Meister vollendet. Der Kölner Dreikönigsschrein ist der größte der vielen prachtvollen Reliquienschreine der Rhein-Maas-Region.