Elfenbein

Aus Mittelalter-Lexikon
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Elfenbein (v. ahd. helfantbein, mhd. helfenbein = Elefantenknochen [gemeint ist der aus Zahnbein bestehende Stoßzahn]; lat. ebur, cornu indicum). Der wertvolle Rohstoff Elfenbein gelangte im MA. vor allem aus Ostafrika („Elfenbeinküste“), in geringerem Maße aus Indien durch Vermittlung islam. Händler nach Europa. Neben dem Elefantenstoßzahn galten auch Mammut-, Flusspferd-, Narwal- und Walrosszahn als Elfenbein. Elfenbein war vor allem als Ausgangsmaterial für künstlerisch gestaltete Gegenstände begehrt, da es sich leicht polieren, schnitzen und in erhitztem Zustand auch biegen lässt. Zudem hatte es wegen seiner Herkunft aus märchenhaften Ländern wie Indien, Afrika oder den Meeren des Nordens einen geheimnisvollen Nimbus und galt seiner zarten weißen Farbe wegen als Sinnbild der Reinheit und Keuschheit. Pulverisiertes oder zu Asche gebranntes Elfenbein war als Heilmittel und als Aphrodisiakum begehrt. Elfenbeinamulette galten als besonders wirksam.
(s. Elfenbeinschnitzerei, Horn (Tech.), Hornrichter)