Email

Aus Mittelalter-Lexikon
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Email (afrz. esmalt, esmal = Schmelzglas; v. afrk. smalt). Mit Schwermetalloxyden gefärbter Glasfluss, der auf Metall (auch Glas oder Ton) aufgeschmolzen wurde. Um 1200 entstanden im Maas-, Mosel- und Rheingebiet emaillierte Reliquienschreine und Altäre im Grubenschmelzverfahren. Dabei wurden in die Metalloberfläche seichte Gruben eingetieft, die mit dem Schmelzfluss ausgefüllt wurden (Grubenschmelz). Die überstehenden Metallflächen wurden vergoldet und ziseliert. Eine seit dem 14. Jh. bekannte Technik war der Silberrelief- oder Tiefschnittschmelz, bei dem in Silber eingravierte Darstellungen mit transparenter Farbschmelze überzogen wurden. Beim Zellenschmelz (frz. émail cloisonné) wurde die bildliche Darstellung durch Auflöten von Goldstegen (cloisons) in einzelne Bildelemente (Zellen) aufgeteilt, die dann mit farbiger Schmelze gefüllt wurden. Die Goldstege bildeten dabei die Linien der Zeichnung.