Feuerheilige

Aus Mittelalter-Lexikon
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Feuerheilige. Manchen Heiligen – besonders solchen, welche die Feuermarter erlitten oder Feuerlöschwunder vollbracht hatten – schrieb man in besonderer Weise die Gabe des Feuerbannens zu und betete zu ihnen, um vor einer Feuersbrunst bewahrt zu bleiben oder um das Löschen eines ausgebrochenen Brandes zu bewirken. Als wichtigste Schutzpatronin galt die hl. Agatha; sie war der Legende nach „uf gluende steine vnd koln“ gemartert worden, außerdem war mit einem Schleier von ihrem Grabe wunderbarerweise ein feuerspeiender Berg gezähmt worden. St. Florian stand im Ansehen als Schutzpatron gegen Schadenfeuer der hl. Agatha nicht nach; seine Legende bringt ihn allerdings mit Feuer nur durch den Umstand in Verbindung, dass er als Knabe seinen schlafenden Eltern das Leben rettete, indem er ein im Haus aufzüngelndes Feuer löschte. Weitere Feuerheilige waren St. Lorenz, St. Ägidius, St. Nikolaus, St. Coloman und andere. Gegen Krankheiten die als feurig empfunden wurden, also mit brennenden Schmerzen, Fieber oder Rötung der Haut einhergingen, wurde St. Antonius angerufen, gegen den Blitz als „himmlisches Feuer“ betete man zu den Heiligen Donatus, Barbara sowie Johannes und Paulus.