Finnen (Volk)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Finnen (Bevölkerung eines skandinavischen Gebietes östlich des Bottnischen Meerbusens und westlich von Russland). Die Vorfahren der Finnen gehörten zu mongolisch-stämmigen Rassen, die nach dem Ende der Eiszeit (vor ca. 9.000 Jahren) von Osten und Süden her einwanderten, hier sesshaft wurden und sich zu den Samen (Sami = Sumpfleute), Karelier und Finnen auseinanderentwickelten. Die letzteren nannten ihre neue Heimat Suomi. Der röm. Historiker Tacitus (um 58 - um 120 u.Z.) beschreibt sie in seinem ethnographischen Werk „Germania“ unter den Namen Fenni und Phinni. Diese lebten in kleinen Sippenverbänden und betrieben Handel mit Pelzen bis hin nach Nowgorod und Byzanz.
Im 12. Jh. machte sich der schwed. König Erik IX. die Finnen der westl. Landesteile untertan und liess sie ab 1156 durch den Erzbischof Heinrich von Uppsala zum lat.-christl. Glauben bekehren. Bis zum Ende des 13. Jh. konnte sich die röm.-kathol. Kirche etablieren und hat dies mit der Gründung des Erzbistums Turku (schwed. Abo) besiegelt. Bis zu dieser Zeit hatten die Schweden die Finnen bis hin nach Karelien unterworfen; viele von ihnen hatten sich angesiedelt und Städte gegründet. Während der Herrschaft der Schweden übernahm ein Teil der finn. Bevölkerung deren Sprache. Die östl. Landesteile (Ost-Karelien) unterstanden russischer Herrschaft und wurden zum orthodoxen Glauben bekehrt. 1323 wurde in einem Vertrag mit der Republik Nowgorod die Ostgrenze Finnlands in Karelien festgelegt. 1326 erhielt Finnland den Status eines schwed. Herzogtums, mit je einer schwed. und finn. Ständeversammlung.