Flaschenzug

Aus Mittelalter-Lexikon
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Flaschenzug (der im 18. Jh. gebildete Name kommt von den flaschenförmigen Gehäuse, in dem die Rolle lief). Die Erfindung dieser Hebevorrichtung soll in ihrer einfachen Form (mit zwei Rollen) auf die Assyrer zurückgehen. Als Erfinder des mehrrolligen Flaschenzugs (mit 2, 3 oder 5 Rollen, entsprechend den Kraftübersetzungen 2:1, 3:1 und 5:1) wird Archimedes genannt. Beim zweirolligen Flaschenzug läuft ein Seil von der Aufhängevorrichtung über die lose untere Rolle, an deren Gehäuse die Last hängt, und weiter über die fest aufgehängte obere Rolle zur Mannschaft am freien Seilende. Beim Ziehen hebt sich die Last nur halb so schnell, bedurfte aber auch nur des halben Kraftaufwands gegenüber dem Zug über die feste Rolle allein. Lenkt man das Seil über weitere Umlenkrollen, kann man mit gleichbleibender Kraft immer schwerere Lasten heben.
Dass der Flaschenzug in ma. Darstellungen von Baustellen kaum zu finden ist, dürfte weniger darin begründet sein, dass er in Vergessenheit geraten war (Vitruv beschreibt in seinem 10. Buch ausführlich Hebezuge unter den Bezeichnungen trispastos, pentaspastos, polyspastos), als in dem Umstand, dass Seile von der erforderlichen Länge kaum herzustellen und beinahe unbezahlbar waren. (Für einen Flaschenzug mit vier Rollen beträgt die Seillänge das fünffache der Hubhöhe.) Außerdem war man auch ohne Flaschenzug in der Lage, Lasten bis zu 6 t zu heben.