Flurnamen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Flurnamen. Landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden nach Größe, Form, Nutzungsart, Bodenqualität, Lage, Besitzer oder nach einer Widmung benannt. Diese Flurnamen haben sich durch Jahrhunderte erhalten und sind teilweise heute noch gebräuchlich, wenn auch der ursprüngliche Bezug in vielen Fällen durch Umgestaltung der Landschaft nicht mehr erkennbar ist. Einige Flurnamensbeispiele (in der oben angeführten Reihenfolge der Benennungsart): große Wiese, langes Tagwerk; krummes Äckerlein, Zeilenacker; Weinleite, Hutweide; Sandgraben, Steinwiese; Mühlgraben, Seewiese; Michelswiese, Pfarracker; Marienäckerlein. In vielen ober- und mitteldeutschen Gegenden kommt der Flurnamen "Point" (auch "Beunt, Peunt, Bund oder Binde") vor, der auf das ahd. piund zurückgeht, welches soviel wie "eingehegtes, freies, nicht dem Flurzwang unterstelltes Grundstück" bedeutet.