Freskomalerei

Aus Mittelalter-Lexikon
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Freskomalerei. Wandmalerei auf feuchtem Verputz (Kalkbewurf). Es kommen nur Farben zur Anwendung, die chemisch nicht mit dem Kalk reagieren. Beim Aufbringen der Farben wird der feuchte Putz gleichsam durchgefärbt, wobei eine unlösliche Verbindung entsteht. Vom echten Fresko unterscheidet man das fresco secco (trockenes Fresko), bei dem die Farbe auf den bereits getrocknetem Kalkbewurf aufgetragen wird und ihm nur oberflächlich anhaftet. Wandmalerei in dieser Technik ist weniger dauerhaft.
Beim Fresko wurde zunächst auf die gesamte für das Bild vorgesehene Fläche eine grobe Putzschicht aus Kalkmörtel aufgebracht. Der eigentliche Malgrund aus feinerem Putz wurde jeweils nur für jene Teilfläche aufgezogen, die der Maler an einem Tag bewältigen konnte (Tagwerk). Am fertigen Fresko sind die Tagwerke an den Rändern der Putz-Teilflächen auszumachen.
Zu den ältesten Fresken im dt. Sprachgebiet zählen die der karolingischen Kirche St. Prokulus in Naturns (Südtirol; 8. Jh.). Berühmt wegen ihrer Fresken von der Wende zum 12. Jh. ist die Klosterkirche von ® Müstair im schweizerischen Kanton Graubünden. Als älteste romanische Fresken weltlichen Inhalts gelten die zum "Iwein" aus dem Kreis der Artussage in Schloss Rodeneck bei Brixen aus der Erbauungszeit der Kernburg um 1140 (erst 1973 aufgedeckt).