Göttingen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Göttingen. An der oberen Leine, einem linken Nebenfluss der Aller, an der Kreuzung zweier bedeutender Handelsstraßen (Hellweg und Königsstraße) und am gegenüberliegenden Ufer der Pfalz Grona, lag im FMA. das Dorf Gutingi (erstmals erwähnt 953). Siedlung und Pfalz gehörten damals zum Hausgut der Liudolfinger. Die Pfalz, in der 1024 Heinrich II. starb und 1025 Konrad II. eine Reichsversammlung abhielt, wurde von Heinrich d. Löwen geschleift und von den Bewohnern Gutingas 1294 vollends zerstört. Nahe dem namensgebenden Gutinga gründeten in der ersten Hälfte des 12. Jh. die welfischen Herzöge von Sachsen eine Markt- und Kaufmannssiedlung mit quadrat. Marktplatz und zwei sich rechtwinklig schneidenden Hauptstraßen. Gutinga erhielt 1211 das Stadtrecht, wurde bekannt durch seine Wolltuche, die bis nach Flandern und Brüssel exportiert wurden, trat 1351 der Hanse bei und kam zu wirtschaftlicher und politischer Bedeutung.
An ma. Bauten haben sich erhalten: das Rathaus (1369 - 1443); die St. Johanniskirche (um 1320, mit roman. Unterbau der Westtürme); die St. Marienkirche (Ende 13. Jh., mit Deutschritterkommende); die Nikolaikirche (Mitte 14. Jh.; dreischiffige Halle, heute Universitätskirche); die St. Albanikirche (1423); die Jakobikirche (14./15. Jh.; dreischiffige Halle mit großem Westbau).