Gebück

Aus Mittelalter-Lexikon
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Gebück (mhd. gebucke; v. bucken = biegen). Heckenpflanzungen als Wehranlagen waren bis ins SMA. als Außenbefestigungen von Städten und Dörfern bekannt. Wohl die großartigste Wehrhecke dieser Art stellt das „Rheingauer Gebück“ dar, angelegt im 14. Jh. zum Schutz der wertvollen Obst- und Rebkulturen des Rheingaus (dem südwestl. Taunusabhang etwa zwischen Bingen und Wiesbaden). Die halbkreisförmige Anlage von ca. 36 km Länge und 50 m Breite endete südlich jeweils am Rhein und war nur von befestigten Toranlagen unterbrochen. Die Landwehr bestand aus einem Graben und einer dahinter angepflanzten tiefen Hecke aus Hainbuchenbüschen und einem Gewirr von stacheligen Brombeerankern. Die Hainbuchen wurden in einer Höhe von 2 bis 2,5 m gekappt; die an den Schnittstellen sprießenden Triebe wurden erdwärts gebogen und miteinander verflochten. In das Geflecht wurden Brombeerranken eingezogen, wodurch ein undurchdringliches Gewirr von Ästen und Stachelranken entstand. Das Gebück wurde bis ins 17. Jh. instandgehalten. Heute bestehen museale Überreste und Demonstrationspflanzungen.