Gelnhausen

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gelnhausen. Stadt an der Kinzig, einem rechten Nebenfluss des Mains, 40 km östl. von Frankfurt/M., zwischen Spessart und Vogelsberg, entstanden aus einem fma. Verwaltungssitz für fränk. Königsgut. Hier gründete Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1170 eine Kaiserpfalz, deren Bau 1180 vollendet war. Im gleichen Jahr fand hier das Verfahren gegen Herzog Heinrich d. Löwen statt, durch welches er nach Lehnrecht in Acht getan und seiner Herzogtümer Sachsen und Bayern für verlustig erklärt wurde. Aus dem Baubestand der staufischen Pfalz („Barbarossaburg“) haben sich die berühmte Torhalle und Teile des Palas erhalten. Daneben bestehen an ma. Bauten: die Godobertus-Kapelle (9. Jh.); das Romanische Haus (1180, ältestes Amtshaus Deutschlands); die Marienkirche (12./13. Jh.; Lettner des "Naumburger Meisters"); die Peterskirche (frühes 13. Jh.; Petrusdarstellung aus dem 12. Jh. über dem nördl. Seiteneingang); ein got. Fachwerkhaus (von 1356; ältestes Fachwerkhaus Hessens); das Rathaus (14. Jh.); das Johanniterhaus und das Fachwerkhaus "Symeren" (14. Jh.); ma. Befestigungsanlagen (Mauern, Wehr- und Tortürme, Wehrgang).