Gleve

Aus Mittelalter-Lexikon
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Gleve (mhd., auch glavin, glavie) war eine Bezeichnung für den Speer oder die Lanze. Im 14. Jh wurde unter "Gleve" auch die Kampfeinheit aus Ritter samt Tross sowie unterschiedlich vielen (meist vier bis sechs) Berittenen und einigen Fußkämpfern verstanden. Sie war die kleinste selbständig operierende Einheit eines Ritterheeres. Mehrere unter dem Befehl eines Bannerherrn vereinigte Lanzen bildeten ein Banner, mehrere Banner wiederum einen Schlachthaufen, der von einem hochrangigen Lehnsherren angeführt wurde.
Während des Marsches wurde das ®Schlachtross des Ritters von einem Knecht geführt; der Ritter schonte es dadurch ebenso wie sich selbst, indem er stattdessen einen weniger anstrengenden und ermüdenden Passgänger ritt. Dem Ritter folgte ein Knappe, der Helm, Wappenschild und Lanze in Verwahrung hatte. Der Schildknappe ritt auf einem Pferd von minderer Rasse. Die folgenden Bewaffneten ritten "Renner", agile, kräftige Zelter oder aber einfache Klepper, in jedem Fall jedoch männliche Tiere. Stuten wurden nur als Packtiere verwendet. Das Ende des Zuges bildete das Fußvolk, ausgerüstet mit unterschiedlichen Blankwaffen, im 15. Jh. auch mit Armbrust und Handfeuerwaffen.