Glockenspiel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Glockenspiel. Seit dem 7. Jh. waren im Frankenreich Glockenspiele bekannt, bestehend aus in einem Holzgestell reihenweise aufgehängten melodiefähig abgestimmten Glocken, die mit Klöppeln oder Hämmern angeschlagen wurden. Sie dienten zu musiktheoretischen Übungen (z.B. Intervallstudien) und zur Begleitung liturgischer Gesänge. Im 13. Jh. kamen mechanische Anschlagssysteme auf, bei denen der Glöckner mit seinen Fäusten auf einer Art Klaviatur spielte, die mit Seilzügen mit den Hämmern verbunden war.
Im 14. Jh. wurden Musikwerke erfunden, die von einer Stiftwalze gesteuert wurden. Die Stiftwalze wurde durch ein Gewichts-Uhrwerk angetrieben und war häufig mit dem Stundenschlag einer ®Turmuhr gekoppelt. Erste ma. Turmglockenspiele (Carillons) entstanden im Gebiet der heutigen Niederlande, in Belgien und Nordfrankreich. Als älteste nachweisbare monumentale Glockenspiele gelten das von Beauvais (Picardie), erbaut 1300 - 1321 und das in Alost (Flandern) aus dem Jahre 1481. Ebenfalls aus dem 15. Jh. stammt dasjenige im Belfried des Rathauses zu Brügge.